
GALIDA-Aktion “Ausbeutung verhüten!” bei ARGE Job-Speed-Dating
20. Oktober 2010Mittwoch, 20.10.2010, 13:00 Uhr: Wenn die ARGE Darmstadt zum 1.Darmstädter Job-Speed-Dating ruft, ist die GALIDA natürlich mit dabei.
Insbesondere dann, wenn das “Ministerium für Wahrheit”, auch bekannt als ARGE Darmstadt, mit seiner Abteilung für “Neusprech” (beide Begriffe aus George Orwell´s Roman “1984″) eine besonders innovative Form gefunden hat, die gleichen altbekannten Darmstädter Zeit-arbeitsfirmen mit ihren nicht existenz-sichernden Hungerlöhnen unter der Wortschöpfung “Speed-Dating” zusammenzuführen.
Wir hatten ja schon vorab vermutet, dass die mit sehr viel Geld durchgeführte Veranstaltung vor allem dazu dient, mit der Wahl eines schicken Ortes und einem im Vorfeld betriebenen gigantischem Aufwand, der Vermittlung in Hungerlöhne einen freundlichen Anstrich zu geben.
So wurden alle für diese Veranstaltung eingeladenen ALG II-Berechtigte schon Wochen vorher von der ARGE zur als qualitativ mangelhaft bekannten Weiterbildungskette USS zur Massenproduktion von speziellen Speed-Dating-Bewerbungsmappen geschickt. Dabei wurde die Anweisung erteilt, dass sämtliche Bewerbungsunterlagen jeweils in einer signalroten Mappe abzuheften seien. Auf die Frage eine GALIDA-Aktivisten, aus welchem Grund dies denn geschehe, erklärte uns ein ARGE-Fallmanager, dass sich die Arbeitgeber besser an den Bewerber erinnerten, wenn die Unterlagen in einer auffälligen Mappe abgegeben werden. So gaben dann heute über 150 zum Job-Speed-Dating eingeladene ALG II-Berechtigte bei jeweils drei Arbeitgebern eine rote Mappe ab, die sich schnell auf deren Tischen stapelten…
Wenn das mal kein Fortschritt ist!
Genauso pünktlich wie wir war auch die Darmstädter Polizei vor Ort, die nach eigenem Bekunden für eine ordnungsgemäße Durchführung des romatischen tête-à-tête mit den Zeit-arbeitsfirmen zu sorgen hatte. Wir spannten unser Transparenz auf und verteilten munter unsere Flugblätter, die wir stilwahrend zum Motto “Ausbeutung verhüten!” mit einem Kondom versehen hatten. Da uns beim Aufkleben der Kondome am Vortag leider der Tesafilm ausgegangen war, mussten wir etliche der Kondome an die Flyer festtackern. Wir weisen an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass wir keinerlei Haftung für eventuelle Spätfolgen (Unterhaltszahlungen etc.) übernehmen!


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