Archiv für die Kategorie ‘Tegut-Aktion’

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Nachhaltiger Erfolg der Tegut-Aktion: Mehr Lohn für Regalauffüller

15. April 2011

Der GALIDA-Protest vor Tegut in Darmstadt 2010 hat nachhaltig Wirkung gezeigt: Tegut konnte aufgrund der öffentlichen Kritik nicht anders und zahlt den Regalauffüllern über ein beauftragtes Subunternehmen nun 25% mehr Lohn.

Nun sind 6,50 Euro die Stunde statt 5,20 Euro.

Guter Artikel im Darmstädter Echo vom 14. April 2011, der auch die skandalösen Arbeitsbedingungen thematisiert:

http://www.echo-online.de/region/rhein-main/Gerichtsurteil-verhilft-Billig-Jobbern-zu-mehr-Lohn;art7943,1768495

Wir freuen uns über den kleinen Erfolg, halten einen Lohn von 6,50 Euro aber weiterhin für ausbeuterisch. Kein Mensch kann davon leben.

Wie fordern nach wie vor einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde!

Mehr unter: www.mindestlohn.de

Das ist die rote Linie, die nicht unterschritten werden darf!

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Nicht nur Tegut: Auch Ausbeutung bei REWE – Darmstadt

12. Oktober 2010

Ausbeuterische Löhne in Darmstädter Supermärkten sind nicht nur auf die Firma Tegut beschränkt, welche für die Regalauffüllarbeiten ein Subunternehmen beschäftigt, welches einen Stundenlohn von knapp über 5,- Euro brutto zahlt.

Nach unseren Recherchen hat auch die Supermarktkette REWE einen Dienstleister beschäftigt, der seinen Angestellten nur 6,50 Euro brutto die Stunde zahlt. Nach einer Anfrage haben wir dies auch schriftlich bestätigt bekommen: Ausbeutung bei REWE Darmstadt

Wir meinen: Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, dass wir einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro/Stunde benötigen. Wer bei REWE für 6,50 Euro die Stunde arbeitet, kann davon nicht leben und erhält ergänzendes ALG II. Die Jobcenter haben im vergangenen Jahr über 1,5 Milliarden Euro für aufstockendes ALG II in solchen Fällen gezahlt.

Der Steuerzahler subventioniert es also, dass bei REWE, Tegut usw. die Kassen klingeln, indem er deren Niedriglöhne subventioniert.

Bravo, “Marktwirtschaft”!

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Tegut reagiert auf Kritik: Es bleibt bei Ausbeutung von 5,20 Euro/ Stunde!

26. August 2010

Die Firma Tegut scheint um ihren guten Ruf besorgt. Der GALIDA liegen mittlerweile mehrere Antworten auf Briefe von Kunden vor, welche sich über die ausbeuterische Bezahlung eines Tegut-Dienstleisters für Regalservice beschwert hatten.

Die Antworten – alle im selben Wortlaut – rechtfertigen die Bezahlung von 5,20 Euro / Stunde. Das sich sozial darstellende Unternehmen Tegut will also keinen Druck auf das Zeitarbeitsunternehmen ausüben, damit dieses die Löhne anhebt.

Wir halten fest: Durch das Engagement des Verdi-Betriebsrates bei der Supermarktkette Real, wurde dort der Lohn der Beschäftigten (selber Zeitarbeitsfirma, selbe Tätigkeiten) auf 7,50 Euro / Stunde angehoben. Das entspricht zwar immer noch nicht der Mindestlohnforderung von 8,50 Euro /Stunde, ist aber mal ein Fortschritt.

Tegut steht auf die billige Nummer und verdient dabei ganz gut.

Wir schlagen daher als neues Konzernmotto vor: Tegut – Ausbeutung gehört für uns zum Geschäft!

Aber lesen Sie die Antwort von Tegut selbst:

Sehr geehrter Frau XYZ,

Danke für Ihren Brief, der mir von dem Kollegen aus dem tegut… Markt Darmstadt, Kasinostraße, weitergegeben wurde. Er bittet mich, Ihnen zu antworten.
Es freut mich sehr, dass Sie gerne in unseren Märkten einkaufen und von daher sich auch genauer informieren möchten. Wir erleben gerade, dass die Berichterstattung über uns tatsächlich zu Verwirrung führt. Hauptgrund ist augenscheinlich, der in den Meldungen kursierende Stundenlohn von 5,20 Euro, den wir Mitarbeitern eines Dienstleistungsunternehmens zahlen würden. Darauf hinzuweisen, dass wir das Dienstleistungsunternehmen beauftragen und dieses wiederum seine Mitarbeiter entlohnt, dürfte sich erübrigen.
Offen bleibt jedoch der Betrag von 5,20 Euro pro Stunde. Dass es sich dabei um einen Nettolohn handelt, wird in der Berichterstattung aus welchen Gründen auch immer, weggelassen. Es handelt sich hier um den Einstiegs-Nettolohn für Geringbeschäftige (Minijob), wie er in vielen Branchen und Tarifen üblich ist. Diese Beschäftigungsform hat der Gesetzgeber ganz offiziell mit dem Ziel eingeführt, Menschen an den Arbeitsmarkt heranzuführen. Dieser Möglichkeit entsprechen die Dienstleistungsunternehmen, indem sie auch Menschen Arbeit anbieten können, für die keine Ausbildung erforderlich ist. Es handelt sich hier rein um Minijobs, also um Jobs für den Nebenverdienst, die auch von den Arbeitssuchenden nur stundenweise verlangt werden. Es ist uns bewusst, wie jedem, der eine solche Arbeit sucht, dass eine nur stundenweise Beschäftigung kein Einkommern generieren kann, von dem sich der komplette Lebensunterhalt bestreiten lässt.
Mit der Vergabe von logistischen Tätigkeiten in unseren Märkten an entsprechende Dienstleistungsunternehmen wie Teamwork scheinen gerade wir eine ideale Angriffsfläche für bestimme Interessengruppen zu bieten, immerhin sind wir als Arbeitgeber bekannt, der sich bewusster um seine Mitarbeiter kümmert und sie in ihrer Entwicklung konsquent fördert. Daran hat sich bei tegut… auch nichts geändert. Und mit genau derselben Haltung beaufragen wir Dienstleister, die uns bei unserer händlerischen Aufgabe unterstützen.
Wir haben seit Jahren – wie viele andere Unternehmen auch – bestimmte, rein logistische Tätigkeiten in den Märkten an ein Dienstleistungsunternehmen vergeben. Diese Tätigkeiten betreffen die zeitgerechte Bestückung der Regale, Kühltheken und Platzierungsflächen. Sie fallen oft nur für kurze Zeit am Tag in unseren Märkten an, teils auch außerhalb der Öffnungszeiten, dafür benötigen sie sehr viele Hände, damit in allen Warenbereichen gleichzeitig aufgefüllt werden kann. Wir entlohnen die Mitarbeiter des Dienstleistungsunternehmens, wie schon erwähnt, nicht selbst, wir achten aber streng darauf, dass der Dienstleister die bestehenden und zwischen den Tarifparteien ausgehandelten Tarifverträge lückenlos einhält.
Der Großteil der Leistungen für unsere Kunden, der ein breites händlerisches Wissen erfordert, wird von tegut… Mitarbeitenden geleistet – und das wird auch in Zukunft so bleiben. Hierbei möchte ich noch erwähnen, dass tegut… Mitarbeitende seit jeher nach Tarif entlohnt werden.

Daraus ergibt sich auch, dass es aufgrund der oben beschriebenen Tätigkeiten, keine Verschiebung zwischen tegut… Mitarbeitenden und denen des Dienstleisters geben kann.
All denjenigen, die Interesse am Lebensmittelhandel haben, bietet tegut… darüber hinaus ein Sprungbrett für die Qualifizierung und Weiterentwicklung in einem Handelsunternehmen.

Ich habe Verständnis dafür, dass der Eindruck, den Sie gewonnen haben, entstehen kann, wenn man den Veröffentlichungen folgt. Ich hoffe, ich konnte damit zur Aufklärung beitragen und freue mich, wenn Sie diese Position in den von Ihnen genannten Bekanntkreis ebenso kundtun.

Haben Sie weitere Fragen? Bitte mailen Sie mir oder rufen Sie mich an.

Mit herzlichen Grüßen von tegut… aus Fulda

Rainer Rausch
Geschäftsleitung Marktorientierung
Tel: 0661/ 104 639; Fax: 0661/ 104 990 639
E-Mail: rausch_r@tegut.com
tegut… Gutberlet Stiftung & Co.
Gerloser Weg 72, 36039 Fulda
Sitz und Registergericht: Fulda 5 HRA 326
Persönlich haftende Gesellschafterin: Gutberlet-Familienstiftung
Vorstand: Thomas Gutberlet (Vorsitzender), Alexander Most, Johannes Gutberlet, Wolfgang Gutberlet

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Reaktionen zur Tegut-Aktion

18. August 2010

Artikel in der Tageszeitung Frankfurter Rundschau vom 19.08.2010:

http://www.fr-online.de/rhein-main/darmstadt/kreis-gross-gerau/wenig-geld-fuer-leiharbeiter/-/1473014/4571876/-/index.html

Artikel in der Tageszeitung Darmstädter Echo vom 19.08.2010:

http://www.echo-online.de/suedhessen/darmstadt/Vorwurf-der-Ausbeutung-gegen-Tegut;art1231,1085611

Fernsehbericht in RTL Hessen Aktuell am 18.08.2010:

http://www.rtl-hessen.de/videos.php?video=11131

Bericht im Unabhängigen Nachrichtenportal Indymedia:

http://de.indymedia.org/2010/08/288020.shtml

Interview in der Tageszeitung Junge Welt vom 17.08.2010

GALIDA-Aktionsvideo:

http://www.jungewelt.de/2010/08-17/023.php

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GALIDA-Aktion vor Tegut – nervöse Reaktionen in Folge…

18. August 2010
GALIDA - Protest vor Tegut Darmstadt

GALIDA - Protest vor Tegut Darmstadt

Die Gewerkschaftliche Arbeitsloseninitiative Darmstadt (GALIDA) hat heute vor dem Tegut-Supermarkt in der Darmstädter Innenstadt gegen die skandalösen Niedriglöhne eines von Tegut zur Regalpflege beauftragten Subunternehmens protestiert.

Die Zeitarbeitsfirma “Teamwork – Die Büttgen GmbH räumt im Auftrag von Tegut die neue Ware in deren Supermarktregale und erledigt weitere unterstützende Tätigkeiten in den Filialen. Büttgen zahlt dafür 5,20 Euro die Stunde – vereinbart mit einer sog. Christlichen “Gewerkschaft”, die für ausbeuterische Löhne bekannt ist.

Mehr hierzu und Hintergrund in unserem Blog unter:

http://galida.wordpress.com/2010/08/13/am-18-08-10-galida-aktion-gegen-ausbeutung-bei-tegut/

Unerwartet große Medienresonanz erwartete uns vor der Tegut-Filiale: Neben dem Darmstädter Echo und dem Hessischen Rundfunk war auch ein Kamerateam von RTL anwesend. Viele Passanten waren sehr interessiert an den Schilderungen der Arbeitsbedingungen bei Büttgen – eine ehemalige Beschäftigte berichtete darüber.

GALIDA - Kundgebung vor Tegut Darmstadt

GALIDA - Kundgebung vor Tegut Darmstadt

Tegut selbst hatte das gesamte Regionalmanagment aufgeboten, weigerte sich aber gegenüber der GALIDA und Presse ein offizielles Statement abzugeben. Dennoch kam es zu spannenden Gesprächen mit den Managern, in deren Verlauf sie immer wieder argumentierten das Büttgen ja einen offiziellen Tarifvertrag mit der Christlichen “Gewerkschaft” unterhalte. Auf die Frage, warum das Unternehmen, welches in seiner Öffentlichkeitsarbeit immer auf die sozialen und ökologischen Unternehmensziele hinweist, die Zahlung solch skandalöser Niedriglöhne dulde, wurden die Manager deutlich einsilbig. Dies müsse die Konzernzentrale in Fulda (Hessen) entscheiden.

Wir bleiben dabei: 8,50 Euro Mindestlohn für jede Tätigkeit in Deutschland!

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