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Tegut reagiert auf Kritik: Es bleibt bei Ausbeutung von 5,20 Euro/ Stunde!

26. August 2010

Die Firma Tegut scheint um ihren guten Ruf besorgt. Der GALIDA liegen mittlerweile mehrere Antworten auf Briefe von Kunden vor, welche sich über die ausbeuterische Bezahlung eines Tegut-Dienstleisters für Regalservice beschwert hatten.

Die Antworten – alle im selben Wortlaut – rechtfertigen die Bezahlung von 5,20 Euro / Stunde. Das sich sozial darstellende Unternehmen Tegut will also keinen Druck auf das Zeitarbeitsunternehmen ausüben, damit dieses die Löhne anhebt.

Wir halten fest: Durch das Engagement des Verdi-Betriebsrates bei der Supermarktkette Real, wurde dort der Lohn der Beschäftigten (selber Zeitarbeitsfirma, selbe Tätigkeiten) auf 7,50 Euro / Stunde angehoben. Das entspricht zwar immer noch nicht der Mindestlohnforderung von 8,50 Euro /Stunde, ist aber mal ein Fortschritt.

Tegut steht auf die billige Nummer und verdient dabei ganz gut.

Wir schlagen daher als neues Konzernmotto vor: Tegut – Ausbeutung gehört für uns zum Geschäft!

Aber lesen Sie die Antwort von Tegut selbst:

Sehr geehrter Frau XYZ,

Danke für Ihren Brief, der mir von dem Kollegen aus dem tegut… Markt Darmstadt, Kasinostraße, weitergegeben wurde. Er bittet mich, Ihnen zu antworten.
Es freut mich sehr, dass Sie gerne in unseren Märkten einkaufen und von daher sich auch genauer informieren möchten. Wir erleben gerade, dass die Berichterstattung über uns tatsächlich zu Verwirrung führt. Hauptgrund ist augenscheinlich, der in den Meldungen kursierende Stundenlohn von 5,20 Euro, den wir Mitarbeitern eines Dienstleistungsunternehmens zahlen würden. Darauf hinzuweisen, dass wir das Dienstleistungsunternehmen beauftragen und dieses wiederum seine Mitarbeiter entlohnt, dürfte sich erübrigen.
Offen bleibt jedoch der Betrag von 5,20 Euro pro Stunde. Dass es sich dabei um einen Nettolohn handelt, wird in der Berichterstattung aus welchen Gründen auch immer, weggelassen. Es handelt sich hier um den Einstiegs-Nettolohn für Geringbeschäftige (Minijob), wie er in vielen Branchen und Tarifen üblich ist. Diese Beschäftigungsform hat der Gesetzgeber ganz offiziell mit dem Ziel eingeführt, Menschen an den Arbeitsmarkt heranzuführen. Dieser Möglichkeit entsprechen die Dienstleistungsunternehmen, indem sie auch Menschen Arbeit anbieten können, für die keine Ausbildung erforderlich ist. Es handelt sich hier rein um Minijobs, also um Jobs für den Nebenverdienst, die auch von den Arbeitssuchenden nur stundenweise verlangt werden. Es ist uns bewusst, wie jedem, der eine solche Arbeit sucht, dass eine nur stundenweise Beschäftigung kein Einkommern generieren kann, von dem sich der komplette Lebensunterhalt bestreiten lässt.
Mit der Vergabe von logistischen Tätigkeiten in unseren Märkten an entsprechende Dienstleistungsunternehmen wie Teamwork scheinen gerade wir eine ideale Angriffsfläche für bestimme Interessengruppen zu bieten, immerhin sind wir als Arbeitgeber bekannt, der sich bewusster um seine Mitarbeiter kümmert und sie in ihrer Entwicklung konsquent fördert. Daran hat sich bei tegut… auch nichts geändert. Und mit genau derselben Haltung beaufragen wir Dienstleister, die uns bei unserer händlerischen Aufgabe unterstützen.
Wir haben seit Jahren – wie viele andere Unternehmen auch – bestimmte, rein logistische Tätigkeiten in den Märkten an ein Dienstleistungsunternehmen vergeben. Diese Tätigkeiten betreffen die zeitgerechte Bestückung der Regale, Kühltheken und Platzierungsflächen. Sie fallen oft nur für kurze Zeit am Tag in unseren Märkten an, teils auch außerhalb der Öffnungszeiten, dafür benötigen sie sehr viele Hände, damit in allen Warenbereichen gleichzeitig aufgefüllt werden kann. Wir entlohnen die Mitarbeiter des Dienstleistungsunternehmens, wie schon erwähnt, nicht selbst, wir achten aber streng darauf, dass der Dienstleister die bestehenden und zwischen den Tarifparteien ausgehandelten Tarifverträge lückenlos einhält.
Der Großteil der Leistungen für unsere Kunden, der ein breites händlerisches Wissen erfordert, wird von tegut… Mitarbeitenden geleistet – und das wird auch in Zukunft so bleiben. Hierbei möchte ich noch erwähnen, dass tegut… Mitarbeitende seit jeher nach Tarif entlohnt werden.

Daraus ergibt sich auch, dass es aufgrund der oben beschriebenen Tätigkeiten, keine Verschiebung zwischen tegut… Mitarbeitenden und denen des Dienstleisters geben kann.
All denjenigen, die Interesse am Lebensmittelhandel haben, bietet tegut… darüber hinaus ein Sprungbrett für die Qualifizierung und Weiterentwicklung in einem Handelsunternehmen.

Ich habe Verständnis dafür, dass der Eindruck, den Sie gewonnen haben, entstehen kann, wenn man den Veröffentlichungen folgt. Ich hoffe, ich konnte damit zur Aufklärung beitragen und freue mich, wenn Sie diese Position in den von Ihnen genannten Bekanntkreis ebenso kundtun.

Haben Sie weitere Fragen? Bitte mailen Sie mir oder rufen Sie mich an.

Mit herzlichen Grüßen von tegut… aus Fulda

Rainer Rausch
Geschäftsleitung Marktorientierung
Tel: 0661/ 104 639; Fax: 0661/ 104 990 639
E-Mail: rausch_r@tegut.com
tegut… Gutberlet Stiftung & Co.
Gerloser Weg 72, 36039 Fulda
Sitz und Registergericht: Fulda 5 HRA 326
Persönlich haftende Gesellschafterin: Gutberlet-Familienstiftung
Vorstand: Thomas Gutberlet (Vorsitzender), Alexander Most, Johannes Gutberlet, Wolfgang Gutberlet

One comment

  1. Wenn ich sowas schon höre…. Ich arbeite für die Firma Combera im Tegut in Weiterstadt. 6,50 Euro aber wir werden nach Palleten bezahlt. Für Eine PAllete haben wir 90 Minuten; zu Zweit 45 Minuten. Und das sind soll zeiten die wir einhalten müssen. Den ersten Tag war ich 13 Stunden dort und habe 5 (!!!) bzahlt bekommen.

    Eigentlich dürften wir in der Woche nur 14,99 STunden arbeiten aber meistens sind es 30 oder mehr (es zählt ja nur was abgerechnet wird) Und wehe alle gehen und man bleibt als einziger Depp da… Dann heist es „Was du bist seit 7 Uhr da ? Du bist alleine ? Da stehen noch 4 Palleten und wir haben ja erst 14 Uhr“

    Dazu kommt noch das die Ware gemischt auf den PAlleten liegt und man so quer durch den AMrkt tiegern muss. Nur Dienstag und Donnerstag wird man nach Stunden bezahlt (da muss man die Ware vorziehen und gucken das die Ware akkurat vorne steht); was unsinn ist denn wenn man vorne fertig ist und es kommen kunden sieht es wieder aus wie Sau.

    Fazit:

    Finger Weg ! Am Anfang hieß es 3 mal die Woche 5 Stunden, dann hieß es jeden Tag 3 Stunden, mittlerweile heist es solange wie Ware da ist. (was mich aber nicht interesiert ich geh nach 3 Stunden und punkt)



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