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Darmstadt: Sozialprotest trotz(t) eisiger Kälte

4. Dezember 2010

Die vorherrschenden sibirischen Verhältnisse in der Sozialpolitik der schwarz/gelben Bundesregierung waren beim heutigen Aktionstag des

Darmstädter Bündnis für soziale Gerechtigkeit wahrhaft in jeder Pore der beteiligten AktivistInnen leibhaftig zu spüren.

Bei dauerhaften Temperaturen unter Null und eiskaltem Wind wurde es Dank guter Redebeiträge und kreativer Infostände doch eine Kundgebung, bei dem es einem warm werden konnte ums politische Herz.

Helmut Angelbeck, GALIDA am 04.12.2010, Luisenplatz Darmstadt

Helmut Angelbeck, GALIDA am 04.12.2010, Luisenplatz Darmstadt

Helmut Angelbeck von der GALIDA machte den Auftakt bei den Redebeiträgen. Er kritisierte die schon seit Jahren – egal ob unter rot/grün, schwarz/rot oder schwarz/gelb fortgesetzten Abbau sozialer Rechte und Leistungen. Er rief dazu auf, einen langen Atem im Widerstand zu haben. Er setzt seine Hoffnungen in eine stärkere Gegenwehr der Betroffenen selbst. Wer sich nicht wehrt – lebt verkehrt!

Margit Heilmann, Mieterbund Darmstadt am 04.12.2010, Luisenplatz Darmstadt

Margit Heilmann, Mieterbund Darmstadt am 04.12.2010, Luisenplatz Darmstadt

Margit Heilmann, Geschäftsführerin beim Mieterbund Darmstadt e.V. betonte in ihrem darauf folgenden Redeitrag, dass die Kürzungen in den Programmen der sozialen Städtebauförderung genauso wie die Kürzungen beim Wohngeld in erster Linie arme Menschen treffen. Hiergegen protestiere der Mieterbund als Lobbyorganisation von Mieterinnen und Mietern aufs Schärfste – deshalb sei man auch Mitstreiter im Darmstädter Bündnis geworden.

David Skurowski, Darmstädter Sozialhilfegruppe am 04.12.2010, Luisenplatz Darmstadt

David Skurowski, Darmstädter Sozialhilfegruppe am 04.12.2010, Luisenplatz Darmstadt

David Skurowski von der Darmstädter Sozialhilfegruppe nahm sich im dritten Redebeitrag der Kundgebung die „Angstmaschinerie“ ARGE vor und zeigte in einem differenziert ausgearbeiteten Redebeitrag, wie Menschen von der Ämterbürokratie behandelt und „verwaltet“ werden.
Es wurde sehr deutlich, dass die Forderungen nach Regelsatzerhöhzungen wichtig sind, aber stets auch das Klima, welches in den Amststuben der Behörden weht, thematisiert und skandalisiert werden muss.
Als vierter Redebeitrag sprach Frank Hillerich vom Diakonischen Werk Darmstadt-Dieburg über die statistischen Tricks, mit denen die Bundesregierung die ALG II Regelsätze
Frank Hillerich, Diakonisches Werk Darmstadt am 04.12.2010, Luisenplatz Darmstadt

Frank Hillerich, Diakonisches Werk Darmstadt am 04.12.2010, Luisenplatz Darmstadt

künstlich herunterrechnet. Er machte deutlich, dass mit den aktuellen Sätzen eine Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben der Gesellschaft nicht möglich ist.
Neben den Redebeiträgen hatte die GALIDA auf einem großen Tisch dutzende Lebensmittel des täglichen Bedarf aufgereiht. Passantinnen und Passanten wurden aufgefordert, aus den dortigen Lebensmitteln einen Tagessatz für ALG II EmpfängerInnen zusammenzustellen. Es zeigte sich rasch – nur der Griff zum allerbilligsten und wenig Obst und Gemüse garantieren ein Auskommen mit dem Einkommen ALG II oder Sozialhilfe.
Alles in allem: Ein gelungener Aktionstag des Bündnis, der Mut für eine Fortsetzung 2011 macht.
Weitere Bilder vom 04.12.2010:
Regelsatz-"Spiel" der GALIDA

Regelsatz-"Spiel" der GALIDA

Finanzhai des DGB Darmstadt am 04.12.2010, Luisenplatz Darmstadt

Finanzhai des DGB Darmstadt am 04.12.2010, Luisenplatz Darmstadt

Ernst Wiederhold (Evangelische Erwachsenenbildung), Norbert Mander (Dekan Evangelisches Dekanant) und Andreas Reifenberg (Katholisches Dekanat) bei der Kundgebung am 04.12.2010

Ernst Wiederhold (Evangelische Erwachsenenbildung), Norbert Mander (Dekan Evangelisches Dekanant) und Andreas Reifenberg (Katholisches Dekanat) bei der Kundgebung am 04.12.2010

Caritas Darmstadt e.V. Infostand am 04.12.2010, Luisenplatz Darmstadt

Caritas Darmstadt e.V. Infostand am 04.12.2010, Luisenplatz Darmstadt

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