h1

Kein Werben fürs Sterben! Bundeswehr-Propaganda am Antikriegstag 01.09.2011 in Darmstädter Arbeitsagentur!

24. August 2011

Historische Kontexte sind bekanntlich nicht die Stärke der Bundeswehr. Daher macht sich ihr Werbefachteam auch nichts aus dem Antikriegstag, der jährlich am 01. September anlässlich des Beginns des 2. Weltkriegs am 01.09.1939 begangen wird.
Man setzt stattdessen eine Werbeveranstaltung in der Darmstädter Agentur für Arbeit an.

Der Steckbrief der Veranstaltung:

Datum: 01.09.2011, 14:30 Uhr bis 16:30 Uhr
Anmeldung:erforderlich
Veranstalter: Agentur für Arbeit Darmstadt, Berufsinformationszentrum
Veranstaltungsort: Agentur für Arbeit Darmstadt, Groß-Gerauer Weg 7
(Raum Berufsinformationszentrum), 64295 Darmstadt

Inhalt: Vorstellung der Ausbildungsmöglichkeiten bei der Bundeswehr
Der Wehrdienstberater der Bundeswehr erläutert die Laufbahn des Unteroffiziers/ der Unteroffizierin mit zivilberuflichen Ausbildungsmöglichkeiten. Die Ausbildungsmöglichkeiten reichen von Verwaltungs- und Dienstleistungsberufen und gewerblich-technischen Berufen bis hin zu Heil- und Pflegeberufen.

Referent/in:Herr Schott, Wehrdienstbeauftragter
Tel: 06151 304-376
E-Mail: biz.darmstadt@arbeitsagentur.de

Nicht mit uns!
Wir sind nicht der Ansicht, dass Soldat ein „normaler“ Beruf ist. Wir finden es widerlich, wie die Notlage von Menschen, die auf der Suche nach einer existenzsichernden Arbeit sind, genutzt wird, um diese für Auslandseinsätze in Afghanistan & Co. anzuwerben.

Die Bundeswehr hat in der Agentur für Arbeit nichts zu suchen!

Aus dem Flugblatt zur Aktion:

Du bist in einer idealen Lage – für die Werbeprofis der Bundeswehr. Der Arbeitsmarkt un Deine berechtigte Zukunfsangst machen Dich zum perfekten Ziel bei der Nachwuchsjagd fürs Militär.

„Soldat-Sein“ als interessanter Job: Bei einem ganz normalen und großzügigen Arbeitgeber, mit einem ordentlichen Gehalt von Anfang an, verschiedenen Berufsausbildungen, Studiengängen und sicheren Arbeitsplätzen. Damit locken Dich die Marketingexperten der Bundeswehr.

Das Kleingedruckte bei diesem verlockenden Angebot: Du musst dein normales Leben für mindestens 4 Jahre (Studierende für 12 Jahre) gegen das eines Soldaten eintauschen und verpflichtest Dich zu einem einjährigen Auslandseinsatz. Und dies ist alles andere als ein normaler Job!

Du hast zu gehorchen, Du wirst zum Tötungsexperten an Hightech-Waffensystemen gedrillt. Auf Befehl hin musst Du töten und selbstverständlich hast Du auch das Risiko, selbst getötet oder schwer verletzt zu werden.

Einmal dabei, lassen sie Dich dann auch nicht mehr gehen, denn kündigen ist nicht so einfach. Das Ganze kann für Dich dann so enden, wie für bisher 100 Bundeswehrsoldaten, die von ihren Auslandseinsätzen in Zinksärgen zurückkamen. 19 davon haben sich selbst das Leben genommen. Über 1200 ehemalige und aktive Soldaten leiden an psychischen Störungen, die sie aus den Auslandseinsätzen mit „nach Hause“ genommen haben. Nicht alle haben sich bis heute in Behandlung begeben, sodass davon auszugehen ist, dass die Anzahl der psychischen Störungen noch größer ist.

Hinter diesen Zahlen stehen Menschen und Familien, die bis heute nicht wissen, wie es weiter gehen soll. Viele ehemalige Soldaten haben nach ihrer Dienstzeit keine Zukunft mehr!

„Auslandseinsätze“ – wozu?

Die Sicherheitslage in Afghanistan verschlechtert sich mit jedem Tag. Der Krieg eskaliert und die NATO-Truppen bereiten einen langen und blutigen Rückzug vor. Die Bundeswehr steckt dabei als Teil der Kriegsallianz mittendrin.

Es ist ein Märchen, dass die Soldaten Entwicklungshilfe leisten. Die Bevölkerung steht auch deutschen Soldaten mit Hass und Ablehnung gegenüber. Das ist nicht verwunderlich, da bei der Bekämpfung von sogenannten Aufständischen in Afghanistan Dörfer bombardiert, sowie Tote und Verletzte unter der Zivilbevölkerung billigend in Kauf genommen werden.

Es geht in Afghanistan nicht um Demokratie und Menschenrechte, sondern um die Ausweitung der politischen und wirtschaftlichen Einflussmöglichkeiten gegenüber Russland, China, und regionalen Mächten wie Indien oder dem Iran.

Über 80% der Bevölkerung sind gegen diesen Krieg. Die Friedensbewegung fordert einen sofortigen Abzug der Truppen, damit das Sterben auf beiden Seiten ein Ende hat.

Eine Verpflichtung als Zeitsoldat bei der Bundeswehr?

Überleg es Dir noch mal!

One comment

  1. …jobless poor: an die Front –

    Der Rest macht ‚Bundesfreiwilligendienst‘



Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: