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Umbenennung der Hindenburgstraße in Halit-Yozgat-Straße am 30. Januar

8. Januar 2013

Wir wollen mit der Umbenennung der Hindenburgstr. zu Halit-Yozgat-Straße zeigen, dass Darmstadt sich wehrt gegen alle Formen von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Die Morde durch den sogenannten NSU (Nationalsozialistischen Untergrund) sind ein tiefer Einschnitt in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Nicht nur, dass ein neonazistisches Terrornetzwerk mit einem breiten Unterstützerkreis und gedeckt vom Verfassungsschutz mehr als zehn Jahre lang morden konnte. Auch wurde diese Mordserie erst ermöglicht, weil die Ermittlungen von Bund und Ländern aufgrund von rassistischen Vorannahmen einseitig in eine völlig falsche Richtung geführt wurden.

Aufgabe der Gesellschaft und insbesondere der Politik  ist  es spätestens jetzt, sich mit rassistischen Vorurteilen in der Ermittlungslogik, sowie eklatanten Fehleinschätzungen in Bezug auf die Neonazibewegung in Deutschland auseinanderzusetzen. Zumal es sich bei den Morden der NSU nur um die erschreckende Spitze eines rassistischer Entwicklung in der BRD, in der es seit 1990 über 182 Todesopfer durch rechtsradikale Gewaltakte gab, handelt.

Doch diese Diskussion, ebenso wie eine grundlegende Debatte über Rassismus in der Mitte der Gesellschaft, wird konsequent vermieden. Stattdessen wird weiter auf Kosten von Migranten und Asylsuchenden Politik gemacht. Das Fremde wird für alles als Sündenbock hingestellt, die NSU zu kriminellen Einzeltätern verharmlost. Ignoriert werden die steigenden Zahlen derjenigen deutschen Staatsbürger, die sich selbst als „ausländerfeindlich“ bezeichnen. Aus der aktuell erschienen Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung geht hervor, dass es mittlerweile in ganz Deutschland 25,1 Prozent sind.

Halit Yozgat war gerade 21 Jahre alt, als er im Jahr 2006 in seinem Internetcafe in der Kasseler Innenstadt durch zwei gezielte Pistolenschüsse ermordet wurde. Diese grausame Tat ließ ihn zum neunten Opfer der nationalsozialistischen Terrorzelle werden. Wir wollen aufmerksam machen auf diesen brutalen Mord und vor allem auf das menschenverachtende Gedankengut, welches diese Tat motivierte.

Um ihm als Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds zu gedenken, wollen wir symbolisch die Hindenburgstraße nach ihm umbenennen. Paul von Hindenburg war ein Vertreter des völkischen Nationalismus, des Militarismus, der Kriegstreiberei, und er ermöglichte Hitler die Machtergreifung.

Durch Straßennamen wurden schon immer politische Machtverhältnisse demonstriert. Dagegen wollen ein Zeichen setzen. Darum rufen wir Sie auf, sich am 30. Januar um 17 Uhr am Luisenplatz zu versammeln!  Wir wollen mit einer Demonstration die Öffentlichkeit auf unser Anliegen aufmerksam machen!

Südhessen gegen Rechts

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