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Presse zu GALIDA – Aktion gegen Niedriglöhner am 03.05.2013

4. Mai 2013

Plädoyer gegen Billiglohn

Protest – Arbeitsloseninitiative organisiert „Kritischen Stadtrundgang“

Die gewerkschaftliche Arbeitsloseninitiative Darmstadt (Galida) am Donnerstag in der Innenstadt gegen Niedriglöhne demonstriert. Auf dem „Kritischen Stadtrundgang“ wurden lokale Geschäfte als konkrete Beispiele benannt.

„2344 Darmstädter beziehen ergänzendes Arbeitslosengeld II des Jobcenters – obwohl sie arbeiten“, sagte Frank Gerfelder-Jung zum Auftakt eines „Kritischen Stadtrundgangs“, zu dem die Gewerkschaftliche Arbeitsloseninitiative Darmstadt (Galida) für Donnerstagnachmittag eingeladen hatte. „Wir brauchen sofort einen gesetzlichen Mindestlohn“, forderte er. Rund 50 Demonstranten zogen am Luisenplatz los.Erste Station war die „Kik“-Filiale in der Elisabethenstraße. Eve Bischof wies darauf hin, dass Geschäfte, die sehr preiswerte Kleidung anbieten, diese aus Entwicklungs- und Schwellenländern bezögen. „Sicherheitsstandards sind ein Fremdwort in Billiglohnländern.“ Sie erinnerte an die erstickten 250 Mitarbeiter einer am 11. September 2012 abgebrannten Textilfabrik in Pakistan, die für „Kik“ Jeans produziert hatte. Laut Behörden fehlten Notausgänge, Treppen seien zugestellt gewesen. Währenddessen sprayten Demonstranten mit abwaschbarer Kreide „Vorsicht prekär“ aufs Pflaster.Die Demo zog wenige Meter weiter an die Ecke Wilheminenstraße und Elisabethenstraße. Dort stand das Café „Salve“ im Fokus. Der Stundenlohn dort liege laut der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten unter sechs Euro, erklärte Frank Gerfelder-Jung. „Kosten für beschädigte Tassen werden vom Lohn abgezogen“, zur Probe Beschäftigte würden nicht bezahlt.„Das stimmt alles nicht“, erklärte Enzo Scaramella auf ECHO-Anfrage. Das Mitglied der Geschäftsleitung wies die Vorwürfe zurück: „Bei uns bekommt keine weniger als sechs Euro.“ Auch müssten die Mitarbeiter für Schäden nichts zahlen. Wer arbeite, bekomme auch Geld. Bei der Probezeit handelte es sich lediglich um zwei bis drei Stunden, dann werde er aber auch von einem Mitarbeiter betreut.

Leiharbeit an der Tegut-Kasse

Unterdessen führt am Donnerstag der Weg der Demonstranten zur Tegut-Filiale am Marktplatz. „In vielen Tegut-Läden an den Kassen sind Leiharbeiter eingesetzt“, sagte Verdi-Sekretär Horst Gobrecht, deren Löhne lägen unter 7,50 Euro. Ein Leiharbeitsunternehmen, das Mitarbeiter zum Regale auffüllen stellte, habe 6,50 Euro Stundenlohn zugesagt. 51 Prozent dessen, was nach Tarif bezahlt werden soll. „Wir können uns die Vorwürfe nicht erklären“, hieß es aus der Tegut-Zentrale. Weiter wollte das Unternehmen gegenüber dieser Zeitung zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen.

Letzte Station war der Personalservice Arcus Plan AG in der Holzstraße. Galida-Mitglied Helmut Angelbeck hatte sich dort als Produktionshelfer beworben, schilderte er. Vor Abschluss eines Arbeitsvertrages hätte er ein bis zwei Tage Probearbeiten sollen, „ohne dafür bezahlt zu werden“. Auch nach Vertragsschluss wäre nicht vorgesehen gewesen, die Probearbeit zu bezahlen. „Das ist illegale Beschäftigung“, fand Angelbeck. Von der Arcus Plan AG gab es am Freitag ebensowenig wie von Kik eine Stellungnahme.

Darmstädter Echo, 04.05.2013

2 Kommentare

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