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Frankfurter Rundschau zur GALIDA-Aktion vor der Agentur für Arbeit

31. August 2014

Artikel Frankfurter Rundschau vom 29.08.2014 zur GALIDA-Aktion

Darmstadt – 29.08.2014

Demo gegen Motivationskurs

Arbeitsloseninitiative sieht Betroffene durch Jobcenter falsch betreut. Der Jobcenter-Chef weist die Kritik zurück. Für manche Langzeitarbeitslose seien motivierende und strukturierende Maßnahmen wichtig, um den Einstieg schaffen zu können.

Das hilft uns für die Arbeitsplatzsuche gar nicht.“ „Das geht an der Realität vorbei.“ „Das ist rausgeschmissenes Geld.“ Es sind harsche Urteile, die mancher Langzeitarbeitslose über das aktuell angebotene Seminar des Jobcenters fällt. „In Arbeit gehen“ – lautet der Titel. Ein Motivationsseminar.

Für die gewerkschaftsnahe Arbeitsloseninitiative Galida ist es ein fehlgeleitetes Angebot, gegen das sie am Freitag vor der Agentur für Arbeit demonstriert hat. Aus der Sicht von Jobcenter-Geschäftsführer Andreas Heun ist die Maßnahmen ein sinnvolles Instrument, um Menschen zu helfen. Organisiert hat dieses Seminar das Team „Jobs für Best Agers“, das sich speziell um Langzeitarbeitslose kümmert, die älter als 50 Jahre alt sind. Die 15 Teilnehmer sollen „sich wieder ihrer selbst bewusst werden, Ziele setzen, in die Eigenverantwortung zurückkehren und eine Arbeit finden“. So steht es im Konzeptpapier der Anbietergesellschaft aus Berlin.

Desillusionierte Teilnehmer

„Wenn ich gesagt bekomme, ich soll jeden Tag freudig begrüßen, hilft mir das wenig. Ich bin seit Jahren arbeitslos“, sagt ein Teilnehmer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Es werde suggeriert, dass nur die richtige Einstellung da sein müsse, um eine Stelle zu finden. „So ist es aber nicht“, sagt der Mann, der schon hunderte Bewerbungen verschickt hat.

Diese Kritik an dem rund 13 500 Euro teuren Angebot weist Jobcenter-Chef Heun zurück. Für manche Langzeitarbeitslose seien motivierende und strukturierende Maßnahmen wichtig, um den Einstieg schaffen zu können. Ein Teilnehmer aus dem Motivationsseminar sieht das aber anders: „Vom Jobcenter brauchen wir Jobs.“ (rf)

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