h1

Direkter Kontakt zu Sachbearbeitern

10. Dezember 2015

Jobcenter –  Linke stellt Telefonnummern ins Netz / „Zeichen für Transparenz“

Darmstädter Echo, von Harald Pleines

Der Kontakt zu Sachbearbeitern des Jobcenters Darmstadt läuft über ein
Callcenter der Arbeitsagentur in Wetzlar. Um für einen direkten Dialog zu
sorgen, hat die Partei “ Die Linke“ jetzt das Telefonverzeichnis des
Jobcenters auf ihrer Homepage veröffentlicht.

Im Gegensatz zu anderen öffentlichen Verwaltungseinrichtungen hat das
Jobcenter die Durchwahlnummern seiner Mitarbeiter nicht öffentlich gemacht, beklagt die Linke und hat deshalb „als Zeichen für Transparenz“ ein Telefonverzeichnis auf ihrer Homepage (linke-darmstadt.de) veröffentlicht. Die Liste nennt zwar nicht die Namen von Mitarbeitern, aber Zuständigkeiten, Telefondurchwahlen und Faxnummern, Organisationszeichen und Zimmernummer.

Leistungsempfänger wüssten aus leidiger Erfahrung, so erklärt die Partei,
dass ein Gespräch mit dem Callcenter nicht die direkte Kommunikation mit dem Sachbearbeiter ersetzen könne. Oft dauere die Weiterleitung zu lange.

Da fast alle Jobcenter in der Bundesrepublik ähnlich verfahren, hat das
Verwaltungsgericht Leipzig nach einer entsprechenden Klage mit Urteil vom 10. Januar 2013 entschieden, dass sie bei Anträgen nach dem
Informationsfreiheitsgesetz (IFG) interne Telefonlisten mit Durchwahlen
herausgegeben müssen. Inzwischen wurden einige Jobcenter zur
Veröffentlichung verurteilt, haben aber Rechtsmittel eingelegt, sodass wohl das Bundesverwaltungsgericht entscheiden muss.

Darauf wartet auch das Jobcenter Darmstadt, wie dessen Leiter Andreas Heun auf Anfrage sagte. Er verteidigte die Zwischenschaltung eines Callcenters. Der direkte telefonische Kontakt zu den Sachbearbeitern sei
arbeitsorganisatorisch schwierig, da die Mitarbeiter in der Regel im
Gespräch mit einem Leistungsbezieher seien: „Da stört natürlich ein Anruf, und der Mitarbeiter kann da auch nicht offen am Telefon reden. Ich bin froh, dass wir das Callcenter haben.“ Der betreffende Sachbearbeiter werde, wenn er gerade nicht am Arbeitsplatz sei, durch eine E-Mail aus Wetzlar über das Anliegen informiert. In der Regel sei die Angelegenheit binnen zwölf bis 24 Stunden erledigt.

Schutz der Mitarbeiter vor Angriffen

Er sieht die Veröffentlichung „nicht so dramatisch“. So habe die
Gewerkschaftliche Arbeitsloseninitiative Darmstadt (GALIDA) ein
Telefonverzeichnis mit Nummern der Teamleitungen. Zudem gebe es eine VIP-Nummer mit direktem Kontakt zur Geschäftsleitung. Ein nicht unwesentlicher Punkt sei allerdings die Sicherheit, betonte Heun mit
Verweis auf tätliche Angriffe auf Mitarbeiter von Jobcentern. Der
Personalrat sei gegen eine Veröffentlichung der Direktwahlen und fordere,
die Mitarbeiter vor Übergriffen zu schützen.

LabourNet Germany (30.11.2015):

http://www.labournet.de/politik/erwerbslos/arbeitsamt/schikanen/jobcenter-telefonlisten/

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: